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Gestern im Bus

Ich hab einen Sitzplatz gefunden.
Der Bus fährt an der Haltestelle Schlesisches Tor vor.
Die Türen öffnen sich und Menschenmassen strömen in den Bus. Darunter eine afrikanische Frau. Der Busfahrer sagt etwas zu ihr und sie lacht.
Ich fühle mich sofort zurückversetzt nach Sierra Leone. Vor meinen Augen erscheint ein Bild von Ami, unserer Haushilfe. Es ist eine ganz bestimmte Art zu lachen. Es hat etwas kicherndes, nur etwas lauter und tiefer. Und ohne das ich das Gespräch zwischen ihr und dem Busfahrer gehört habe, weiß ich: Es ist ihr peinlich. Ja, sie schämt sich.
Das war das gleiche, wenn sich ein Sierra-Leoner geschämt hat oder ihm etwas peinlich war. Er hat gelacht. Ich frage mich, ob der Busfahrer das auch als solches erkennt oder sich genauso fühlt, wie ich die ersten Male: nicht ernst genommen?
Ist es nicht interessant, dass ich es nicht nur irgendwann besser wusste (das sie damit halt zeigen, dass es ihnen unangenehm ist), sondern das ich nun selbst mit diesem Lachen etwas anderes assoziiere?

Am Ende stellte sich übrigens heraus, dass es um ihren Fahrschein ging. Der Busfahrer fragte nach ihrer Fahrkarte. Diese hatte sie zwar, allerdings in ihrer Tasche. Es war ihr also unangenehm explizit nach ihrer Fahrkarte gefragt zu werden und sie nicht parat zu haben.



13. März.2018

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