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Was genau machst du eigentlich in Salone?

Ich saß letztens über meinem Blog und habe überlegt was ich genau zu meinem nächsten Thema machen sollte, da fiel mir auf, dass ich in den neun Monaten nie ausführlich erklärt habe, was ich genau hier mache bzw. warum ich nach Sierra Leone gegangen bin. Das möchte ich hiermit gerne nachholen. Dienstag. Neun Uhr morgens. Wir sind wiedermal zu spät dran, weshalb ich nun schnell die Materialien für die erste Stunde raussuche und die Kinder Zähneputzen.  Wovon ich denn jetzt genau rede? Von Homeschooling. Lotte und Pepe sind die Kinder von Milli und Jan und werden zu Hause mit der deutschen Fernschule unterrichtet. Von mir. Materialien und ausgearbeitete Lektion werden von der deutschen Fernschule zur Verfügung gestellt. Aber halt! Was ist die deutsche Fernschule? Die deutsche Fernschule hat ihren Sitz in Wetzlar (Hessen) und ist die einzige, vom deutschen Staat anerkannte, Fernschule bei der man nach abgeschlossenem Schuljahr ganz normal in einer deutschen Schule weitermachen k...

Straßenverkehr in Sierra Leone

Der Beitrag könnte wohl auch mit nur einem Wort geschrieben werden: Chaos.  Aber ich dachte, dass ich doch lieber mehr ins Detail gehen würde, damit ihr es euch besser vorstellen könnt. Der Straßenverkehr in Sierra Leone ist schon eine Sache für sich. Nicht nur, dass es hier ein paar Regeln gibt, die es bei uns nicht gibt, sondern auch, dass die meisten Verkehrsregeln nicht beachtet oder einfach nicht gewusst werden. Denn auch wenn hier in Bo relativ viele Menschen Auto oder Motorrad fahren, haben wohl die wenigsten eine Driving Licens (einen Führerschein). Allerdings gibt es viele Leute in Sierra Leone, die noch nie ein Auto von innen gesehen haben. So mussten wir John, unserem Mitarbeiter, erklären wie man sich anschnallt, als er das erste Mal in unserem Auto saß. Einen Führerschein zu machen kostet hier etwa 250 Euro, was natürlich für deutsche Verhältnisse ziemlich billig ist, für die Leute hier aber schon oder immer noch teuer. Und selbst wenn jemand das Geld für den Führ...

Ein kleines bisschen Deutschland

Sieben Monate. Mehr als sieben Monate bin ich nun in Sierra Leone. Und hätte mir jemand vor sieben Monaten gesagt, dass man mich mit kleinen Dingen aus Deutschland so glücklich machen könnte, hätte ich wohl nur die Schulter gezuckt und "Vielleicht" gesagt. Nun bin ich aber schon sieben Monate in Salone und schon nach etwa drei Monaten wusste ich, dass wohl irgendwann dieser Punkt erreicht wäre. Seeing the things from Germany Und er war definitiv erreicht, als Milli am 12.Juli zurück nach Sierra Leone kam, nach einem zwölf tagigem Aufenthalt in Deutschland. Sie meinte zu uns, sie hätte etwas zu essen aus Deutschland mitgebracht und ich lief los um mir die Hände zu waschen. Auf dem Rückweg sah Jan mich kommen und hielt eine Verpackung an die Scheibe. Was jetzt kommt wird wohl niemand wirklich verstehen und manche werden wohl denken, dass meine Reaktion ein bisschen übertrieben sei, aber da stehe ich drüber, denn die wenigsten von euch können wohl die Situation hier wirkli...

Bananenarmut oder Bananenüberfluss?

Wie einige von euch wissen, haben wir am unteren Ende unseres Grundstücks eine ganze Reihe von Bananenbäumen. Am Anfang habe ich mich sehr darüber gefreut und das tue ich immer noch, allerdings ist es nicht ganz so einfach wie ich am Anfang dachte. Ich habe leider nicht immer Bananen von unseren Grundstück. Bis die Stauden reif werden, müssen wir halt warten, wie auf jede andere Frucht auch und wenn wir dennoch dazwischen Bananen wollen, müssen wir sie in der Stadt kaufen, denn irgendwo ist immer eine Staude reif. Wenn dann aber eine von unseren reif wird, werden die anderen Stauden meist auch sehr schnell reif. Nach ein paar Tagen im Store, wo sie nachreifen, kommen sie dann in unsere Küche. Nur leider haben wir dann meistens so viele, dass wir die gar nicht alle essen können und so machen wir dann alles mögliche mit Bananen: Bananenmilch, Bananenbrot, Bananen-Schoko-Kuchen, Bananeneis usw. und wir essen sie auch ganz viel einfach so. Wir sind also immer zwischen Bananenarmut und Bana...

Die Sache mit dem Internet

Wir haben in unserem Haus mobiles Internet. Man nennt es Mifi. Jeden Monat geht unser Mitarbeiter zu Sierratel und bezahlt unser Internet für den nächsten Monat. Das ist nicht billig und trotzdem noch schlechter als der schlechteste DSL-Anschluss den man in Deutschland kriegen kann. Wenn unser Internet normal läuft, muss ich meist zwei Minuten warten bis Googlemail geladen hat und ich meine Emails abrufen kann. Manchmal gibt es aber auch Momente, da ist es so schlecht, dass ich nicht mal die Seite aufrufen kann. Naja als wir nun vor zwei Wochen unser Internet für den nächsten Monat bezahlen wollten, hieß es: "The System is down". Wir dachten: "Na gut, dann halt morgen". 14 Tage später hatten wir immer noch kein Internet. Es stellte sich nämlich heraus, dass das "System" insofern "down" war, das sie nicht auf ihre Kundendateien zu greifen konnten und somit nicht das Internet für den nächsten Monat buchen konnten. Das hieß für uns also auf mobil...

Es ist zum heulen!

Eigentlich habe ich in meinen Blogentwürfen schon angefangen ein bisschen etwas über das Schulsystem zu schreiben. Allerdings dauern meine längeren Einträge auch länger und ich sammel länger Informationen. Aus gegebenen Anlass möchte ich deshalb jetzt schon mal ein paar Worte über die Universitäten hier verlieren. Unser ehemaliger Mitarbeiter Kemoh geht nun zur Uni. Das Jahr hätte eigentlich im Oktober anfangen sollen, so dass ich ihn nicht mehr als Caretaker kennengelernt hätte. Allerdings habe ich ihn noch als Caretaker erlebt, da das Jahr einfach nicht begonnen wurde, bzw. nicht zum geplanten Zeitpunkt starten konnte, weil die Examina noch nicht durch waren und die Lehrer auch nicht vom Staat bezahlt wurden. Es ging noch eine Weile hin und her, bis das Jahr dann endlich im APRIL(!!!), also ein halbes Jahr später, gestartet hat. Nun sieht die jetzige Situation so aus, dass die jährlichen Examina trotzdem im Juli, also nächsten Monat starten. Das heißt: Sie fangen ein halbes Jahr s...

EIN HALBES JAHR SL - Ein Audioblog (2)

Jetzt bin ich wirklich schon ein halbes Jahr hier in Sierra Leone. In diesem Audioblog lasse ich das letzte halbe Jahr mal Revue passieren. Audioblog 2: Halbes Jahr Sierra Leone Dezember 2016: Ankommen in SL Januarhighlight: Freetown  Januarhighlight (2): Tiwai Island Februarhighlight: Ich werde Schweinemama Märzhighlight: Makeni Märzhighlight (2): Einfach diese Kinder Aprilhighlight: Ostern mit Ostereiern Aprilhighlight (2): Erstes Schulquartal beendet Maihighlight: Rainyseason hat begonnen Und hier noch meine Zitathighlights von Lotte und Pepe aus dem letzten halben Jahr Pepe: "Coole Sportschuhe hast du, Anna." Ich: "Danke!" Pepe:"Sind die für richtig geile Jungs?!" Ich:"Bin ich denn einer?" Pepe:"Eher ein richtig geiles Mädchen!" "Ein Dreieck kann ich doch schon alleine malen. Was denken die denn?!" - Pepe im Vorschultest Lotte:" Du hast zwar eine Männ...